Alleinerziehende in Münster

Online-Orientierungshilfe und Wegweiser

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Entlastungsbetrag

Der 2004 an Stelle des alten Haushaltsfreibetrages neu eingeführte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ist das einzige Merkmal der Steuerklasse 2. Der Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 € wird von der Summe des zu versteuernden Jahreseinkommens abgezogen, wenn Alleinerziehende zusammen mit mindestens einem Kind im Haushalt leben, für das sie Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten, und das Kind in der Wohnung gemeldet ist. Ab dem zweiten Kind können zusätzlich 240 € pro Kind als Freibetrag geltend gemacht werden; dieser muss beim zuständigen Finanzamt eingetragen werden.

Der Entlastungsbetrag wirkt auf den Haushalt bezogen, d. h. egal wie viele Kinder in einem Haushalt leben, den Entlastungsbetrag gibt es nur einmal.

Alleinerziehende erhalten den Entlastungsbetrag nur dann, wenn sie mit mindestens einem minderjährigen Kind, für das sie Kindergeld erhalten und ohne weitere erwachsene Person in einem Haushalt wohnen.
Das Kind muss mit Haupt- oder Nebenwohnsitz bei dem allein erziehenden Elternteil gemeldet sein.

Auch wenn volljährige Kinder, die noch in der Ausbildung sind und für die Anspruch auf Kindergeld besteht, mit im Haushalt leben, besteht Anspruch auf den Entlastungsbetrag.

Leben weitere erwachsene Personen im Haushalt (Wohngemeinschaft, Untervermietung, Kinder, die keinen Kindergeldanspruch mehr haben etc.), ist der Erhalt des Freibetrags grundsätzlich nicht möglich.
Allerdings kann die Vermutung einer Haushaltsgemeinschaft widerlegt werden, wenn glaubhafte Gründe vorgetragen werden, die gegen ein gemeinsames Wirtschaften sprechen. Hierzu bedarf es einer entsprechenden Erklärung gegenüber der Gemeinde oder dem Finanzamt.

Für Alleinerziehende in nichtehelichen Lebensgemeinschaften und eingetragenen Lebenspartnerschaften ist die Steuerklasse 2 ausgeschlossen.

Kinderfreibetrag und Betreuungsfreibetrag

Alle kindergeldbeziehenden Eltern erhalten ab Januar 2017 für ihr erstes und zweites Kind je 192 € Kindergeld; für das dritte 198 € und für weitere Kinder je 223 €.

Für Eltern mit hohem Erwerbseinkommen (dazu gehören in der Regel leider nicht die Alleinerziehenden!) können stattdessen Steuerfreibeträge günstiger sein, die in diesem Fall automatisch vom Finanzamt eingesetzt werden: So gibt es pro Kind sowohl einen Kinderfreibetrag (4.716 €) als auch einen Freibetrag für Erziehung und Betreuung oder Ausbildung (2.640 €), der bis zum 25. Lebensjahr gewährt wird.

Als allein erziehender Elternteil können Sie nur die vollen Freibeträge erhalten, wenn Sie verwitwet sind oder der abwesende Partner seiner Unterhaltspflicht zu weniger als 75% nachkommt. Die Übertragung dieses halben Freibetrages muss beim Finanzamt beantragt werden. In Zeiträumen, wo Unterhaltsvorschussleistungen gezahlt werden, scheidet eine Übertragung des Freibetrags aus. Sonst stehen Ihnen in der Regel nur die halben Freibeträge zu.

Eine Ausnahme besteht beim Betreuungsfreibetrag: Hier können Sie den dem anderen Elternteil zustehenden Freibetrag für minderjährige Kinder durch einen Antrag auf sich übertragen lassen, wenn das Kind allein bei Ihnen gemeldet ist.

Erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten

Alleinerziehende können erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, steuerlich absetzen. Das Finanzamt erkennt zwei Drittel der tatsächlich entstandenen Kosten für Kita, Kindergarten, Tagesmutter (-vater) und Au Pair an, maximal pro Kind 4.000 € im Jahr. Die Kosten sind mit Belegen nachzuweisen.

Weitere Informationen zum Entlastungsbetrag, zu Freibeträgen u. a. finden Sie auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums und der Homepage des VAMV Bundesverbandes.