Alleinerziehende in Münster

Online-Orientierungshilfe und Wegweiser

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Wenn Sie sich scheiden lassen und bisher bei Ihrem Ehepartner mitversichert waren, kommt die Krankenversicherung des Ehepartners zwar noch für die Kosten der Kinder auf - Sie selbst müssen sich jedoch möglichst schnell um eine eigene Versicherung bemühen.

War Ihr Ehepartner Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, können Sie innerhalb einer Frist von drei Monaten nach der rechtskräftigen Scheidung bei der Krankenkasse schriftlich einen freiwilligen Beitritt beantragen. In diesem Fall muss die Krankenkasse Sie als Mitglied behalten. Wenn Sie stattdessen in eine private Krankenversicherung neu eintreten, müssen Sie mit einer so genannten Wartezeit und höheren Beitragszahlungen rechnen.

Schwierigkeiten können entstehen, wenn Ihr/e Ehepartner/in als Beamter/Beamtin Beihilfe berechtigt und nur zu einem gewissen Prozentsatz privat versichert war. Mit der Scheidung endet Ihr eigener Anspruch auf Beihilfe gegen den Bund oder das Land, so dass Sie sich nach der Scheidung privat zu 100 Prozent (sehr teuer!) versichern müssen. Sie können diesem Problem dadurch entgehen, dass Sie versuchen, direkt nach der Trennung oder bereits davor für mindestens 12 Monate eine versicherungspflichtige Tätigkeit (kein "Minijob"!) auszuüben. Dann können Sie sich selbst in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Der an die Krankenkasse zu leistende Beitrag richtet sich bei freiwillig Versicherten nach den Gesamteinkünften (inklusive Unterhaltszahlungen etc.), bei Pflichtversicherten nur nach dem Erwerbseinkommen.

Durch die eigene Krankenversicherung entstehen - ob privat oder gesetzlich - deutliche Mehrkosten. Diese können Sie, falls Sie Ehegattenunterhalt beziehen, von Ihrem geschiedenen Ehegatten zusätzlich beanspruchen (Krankenvorsorgeunterhalt).

Bei Arbeitslosengeld II-Bezug werden die Kosten für die Pflichtversicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sofern Sie nicht (mehr) im Rahmen einer Familienversicherung mit versichert sind.

Wenn Sie Kosten (z.B. für Medikamentenzuzahlungen) belegen können, die über eine Belastungsgrenze von 2% (bei chronisch Kranken: 1%) der jährlichen Familien-bruttoeinnahmen hinausgehen, werden diese erstattet bzw. können Sie eine Befreiung von weiteren Zuzahlungen bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Bei der Berechnung der individuellen Belastungsgrenze werden Freibeträge für jedes Familienmitglied berücksichtigt. Kindergeld und Erziehungsgeld werden nicht zu den Einnahmen gezählt.

Arztbesuche und Verordnungen für Kinder bis zum 18. Lebensjahr sind weiterhin zuzahlungsfrei, Fahrtkosten allerdings nicht.

Bei Fragen zur gesetzlichen Krankenversicherung können Sie sich an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit wenden: 030 – 340 60 66 01; Mo - Do von 8.00 – 18.00 Uhr; Fr von 8.00 – 15.00 Uhr.